Informationslogistik

Das Fraunhofer ISST Kompetenzzentrum in Berlin gibt dazu folgende Definition:

lnformationslogistik befasst sich mit der Informationsversorgung von Individuen und will diese durch eine zielgerichtete Bereitstellung und bedarfsgerechte Zustellung so optimieren, dass die inhaltlich richtigen und wirklich benötigten Informationen zum Zeitpunkt des Bedarfs und an dem Ort, wo sie gerade benötigt werden, vorliegen. Dabei sollen die Informationen benutzergerecht in Abhängigkeit von den Kommunikationsmedien und Anwenderpräferenzen transformiert werden, um die individuelle verarbeitungsfähigkeit zu unterstützen.

Information mausert sich in unserer schnelllebigen Welt immer mehr zum elementaren Produktionsfaktor. Die richtige Information zur richtigen Zeit in der richtigen Form und Sprache am richtigen Ort trägt entscheidend zum Erfolg eines Unternehmens bei.

Gewiss, die Einsicht scheint banal. Die meisten Unternehmen verfügen längst über ein ERP (Enterprise Resource Planning) System, das die betrieblichen Stammdaten verwaltet. Aber aufgepasst: nur die Stammdaten! Das sind bekanntlich strukturierte, zumeist kleine, maschinell verarbeitbare Informationseinheiten. Sie umfassen vorwiegend die kaufmännischen und personellen Bereiche sowie die Materialwirtschaft. ERP-Systeme wie z.B. Baan oder SAP, sind in der Lage, solche Informationen schnell zu verarbeiten und auszuwerten. Deren Anteil an den in Unternehmen verfügbaren Informationen beträgt jedoch durchschnittlich nur ca. 20%! Beim ungleich höheren Rest handelt es sich um sogenannte flach- oder unstrukturierte Daten, die eine verkannte Rolle im Wertschöpfungsprozess spielen. Hier befindet sich Optimierungspotenzial! Dabei bedenke man:

Information kommt von Individuen und soll auch Individuen erreichen. Das ist nicht immer so ganz einfach:

Individuen haben Bedürfnisse. Eins davon ist das Wohlergehen des Unternehmens in dem sie arbeiten. Wichtig ist das Wohl- und Sicherheitsfühlen im Unternehmen. Individuen sind Mittelpunkte; sie meinen immer das Beste, treten aber leicht die Anderen auf die Füsse. Und das hängt sowohl mit einem Verstehen im umfassenden Sinn als auch mit Abgrenzungen von Information zusammen.

Da gibt es beispielsweise  Fragen:

Ist eine Information richtig und vollständig?


Wer ist dafür verantwortlich, prüft, kategorisiert, überwacht und aktualisiert Informationen?

Wie vermeidet man Redundanzen (Doppelerfassung, Doppelverfolgung)?

Gibt es im Unternehmen vielleicht eine Informationsabteilung (nicht EDV gemeint) mit Stellvertretungsregelungen die nur der Geschäftsleitung untersteht?