Privat

Was bewegte mich, in 2009 nach erfolgreichem Angestelltendasein die Selbständigkeit zu wählen?
Bis Juni war ich nach internationaler Tätigkeit in der Industrie als Stv. Geschäftsführer, Projektleiter und Technischer Autor (siehe u.a. Zeitschriftenartikel: 1, 2, 3) in einer kleinen liechtensteinischen Firma für Informationslogistik und Technische Dokumentation angestellt. Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2009 setzte unverhofft einen Punkt. Darauf wusste ich eigentlich nur eine richtige Antwort: Gründung eines eigenen Unternehmens.

Die Basis
Die formt in erster Linie Fachwissen und internationale Berufserfahrung. Nach meinem Diplomabschluss Elektrotechnik in Holland "belebten" die 68-er Jahre unsere Welt. Wir Studenten wollten sie verbessern. Ich möchte dazu Mensch und Welt wirklich kennenlernen, bummelte in verschiedenen Ländern, schnupperte Theologie, Philosophie (Erkenntnislehre), Psychologie, Volkswirtschaft und (Heil)pädagogik/Psychiatrie. Eine goldene Zeit, auf die ich dankbar und mit Gewinn zurückblicke. Denn damit legte ich die Basis für meinen Zweitberuf.

Zweitberuf, Hobbies
Als Zweitberuf (Schriftsteller, Publizist) beschäftige ich mich mit europäischer Geistesgeschichte und Sozialwissenschaft, insbesondere mit der Weiterentwicklung und Vermenschlichung der kapitalistisch-demokratischen Ordnung. Publikationen in Zeitschriften im In- und Ausland.
Aktuell: Mitarbeit beim schweizerischen Magazin AGORA.

Alle Welt kriselt. Tiefschürfende Kritik über den Kapitalismus liest man aber selten; Schimpftiraden auf moralische Verfehlungen von gewissen Bänkern, Hedgefonds-Managern und Konsorten nützen nichts, da in vergleichbarer Situation mancher bei gegebener Rechtslage genau dasselbe tun würde. Interessanter analysiert z.B. Robert Kurz den Kasino-Kapitalismus, welcher der explosiven Verdrängung menschlicher Arbeit durch Wissenschaft und Technik dient. Durch die zunehmenden Problemen bei der inhärenten Sachzwang von Zinseszins und der endgültigen Loskoppelung von der realen Wirtschaft (seit 1971), stellt der Kapitalismus in Wahrheit alles andere als die beste aller ökonomischen Welten dar. Kurz' Schlussfolgerungen sind jedoch nicht unproblematisch. Ab Mitte 2004 wies ich in Publikationen auf die gegenwärtige Finanzkrise hin, die sich inzwischen zu einer veritablen Kulturkrise mauserte. 

Staatswirtschaft, Sozialismus, geschweige Kommunismus können die Alternativen nicht heissen, sie bewiesen und beweisen abgrundtiefes Unverständnis von Geist und Kapital allzu deutlich. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft muss freies unternehmerisches Handeln Motor bleiben. Aber die Legalisierung der Verantwortungslosigkeit im Rechtsleben, die zur globalen Finanzkrise führte, bringt keine positive Zukunft. Wucherndes, verantwortungsloses Kapital treibt sein Unwesen  Demokratie als Basis des Rechts bedarf zum Überleben dringend der Fortbildung durch Auskoppelung und Autonomie von Geistesleben, und Wirtschaftsleben. Diese sowohl vielversprechende als realistische «Dreigliederungsidee» stammt vom Geisteswissenschaftler Dr. Rudolf Steiner (1925-1861).

Die «Dreigliederungsidee» wird leider immer noch negiert; Unterwanderung durch neomarxistische postmoderne Gescheitheit gemäss Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung, dank der Frankfurter Schule inzwischen längst Realität, setzt den Marsch in die Barbarei fort.

Geld und Kapital können und müssen nicht abgeschaft, sondern gezähmt werden! Eine heute noch haarsträubende ketzerische Frage, die immer modefähiger wird: Warum kann man überhaupt mit dem Tauschmittel Geld, ohne reale Arbeit (Wertschöpfung) Geld verdienen?  Wie soll unsere Jugend vertrauensvoll in die Zukunft blicken?  Ich verweise hier nochmals auf Steiners Dreigliederungsmodell zu einer menschlichen Gesellschaftsordnung sowie auf meine Artikel zum Thema Zins,  "Finanzkrise"  (auch auf französisch in l'Esprit duTemps und auf ungarisch in Szabad-Gondolat), Buchbesprechungen sowie meine Jahresausblcke 2010 und 2011. In diesem Zusammenhang veröffentlichte Bankfachmann Alexander Caspar auch sein neues Buch «Das neue Geld» und zeigt, wie unsere Welt auch anders als mit Krisen und Spekulantentum funktionieren kann. Aktuell: Mitarbeit beim schweizerischen Magazin AGORA.

Mens sana in corpore sano - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.
Manchmal bin ich auf einer Velotour durch unsere schöne Ostschweiz anzutreffen oder  wandere durch noch naturbelassenes Appenzellerland:

Wandern auf den «Hohen Kasten» wo die Luft rein, das Wasser klar ist, die Tannen im Walde überwältigend duften...

...und eine atemberaubende Stille mich mit der uns allen gemeinsamen Ideenwelt verbindet.

------

Geisteswissenschaftliche Forschung zeigt, dass Ideen nicht nur in Einzelköpfen isolierte Hirnströmungen darstellen. Solche sind vielmehr reaktiv messbare Korrelate eines primären, real-geistigen und sozialverbindenden Prozesses. Denn in Wahrheit gibt es nur EINE uns gemeinsame und reale über-sinnliche (geistige) Ideenwelt, in die unsere Einzelköpfe wie empfangende Antennen hineinragen. So könnte uns einmal die Idee des ICH frei machen.

Wie könnten Menschen sich sonst wirklich verstehen?

Der Weg ist das Ziel (Lao-Tse)
-  aber:
Wer vom Ziel nicht weiss, kann den Weg nicht haben (Christian Morgenstern)...


Und wie wäre es mit einem rassigen Tango-Abend?